25.04.2017 / Communiqués / /

Wirtschaftsanlass 2017: Der Dorfkern 2020 – Begegnungszone oder Zeugnis der Vergangenheit?

Mit der Zukunft der Dorfkerne sprach die CVP BL an ihrem öffentlichen Wirtschaftsanlass 2017 ein bedeutendes Thema an, das weit über die Parteigrenzen hinweg auf reges Interesse stiess. Die Referate zur wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung von Dorfzentren, ihre Probleme, Veränderungen und Zukunft vermochten das Interesse zu stärken und die Voraussetzung für ein spannendes Podium zu schaffen. An diesem diskutierten die Gäste über den Handlungsbedarf, die bereits gemachten guten Umsetzungsbeispiele im Kanton, die Möglichkeiten und die Aufgabe der Politik bei deren Bewältigung.  

Viele der eingeladenen Gemeindevertreterinnen und -vertreter, Politikerinnen und Politiker, sowie Parteimitglieder waren der Einladung der CVP Basel-Landschaft gefolgt, so dass Parteipräsidentin Brigitte Müller-Kaderli über 100 anwesende Gäste im Kulturhotel Guggenheim willkommen heissen durfte. Nach der Begrüssung übergab sie das Wort an CVP Regierungsrat Dr. Anton Lauber, welcher in die Thematik des Abends einführte. So konnte er aufzeigen, dass die Dorfkerne von grosser sozialer Bedeutung und für die Volkswirtschaft entscheidend sind: Im Kanton Baselland arbeiten 7.5 Prozent der Angestellten im Detailhandel und in der Gastronomie. Diese Bereiche leisten nicht nur einen wesentlichen Beitrag an Arbeitsplätzen – es sind auch die Branchen, welche einen grossen Teil an Teilzeitpensen ermöglichen; welche einen grossen Teil zum Haushaltsbudget beitragen.

Thomas Bretscher, Vorstandsmitglied der CVP Basel-Landschaft und Moderator des heutigen Abends, begrüsste nach diesem einführenden Referat Stefan Meier von Wüest Partner AG, einem Beratungsunternehmen aus Zürich. Stefan Meier durfte sich danach an die anwesenden Gäste wenden und über den Wandel in den Agglomerationen berichten. Er sensibilisierte die Anwesenden, das Augenmerk über die Dorfkerne hinaus auf die ganze Agglomeration zu richten und diese in strategische Überlegungen miteinzubeziehen.

Als letzter Programmpunkt vor der Podiumsdiskussion veranschaulichte Thomas Bretscher, wie sich mit dem Onlinehandel die Rahmenbedingungen für das Einkaufen verändert haben und dies weiterhin tun: Mit der Geburt des Smartphons vor zehn Jahren hat sich die Art des Einkaufens sehr stark gewandelt. Dies zeigt der erwirtschaftete Online-Umsatz im 2016 mit rund 7.8 Mrd. Schweizer Franken. Aufgezeigt wurde auch, dass insbesondere in der Region Basel die Grenznähe die Situation für den Detailhandel und die Gastronomie erschwert. Die Schweizer geben ihr Geld immer weniger im Inland und stattdessen im Ausland aus. Die Folge daraus ist, dass sich die Dorfkerne neu ausrichten müssen.

Am anschliessenden Podium beschäftigten sich die Gäste aus Politik, Detailhandel, Gastronomie und Gewerbe mit der Frage, wie diese Neuausrichtung der Dorfkerne aussehen sollte und ob die Politik auf das veränderte Einkaufsverhalten – und dadurch auf den Rückgang der Frequenzen in den Dorfkernen – reagieren soll oder ob dies eine reine Aufgabe des Gewerbes ist. Die abschliessende Frage, ob ein Dorfkern eine Strategie analog einer Unternehmung braucht, wurde mit JA beantwortet. Auch aufgrund der zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum wurde festgehalten, dass es wichtig ist, dass die Solidarität unter den Anspruchsgruppen gross sein muss. Alle Akteure und Betroffenen sollten gemeinsam eine Vision entwickeln und diese auch umsetzen.

Für die CVP Basel-Landschaft war es wichtig, am Wirtschaftsanlass ein Thema angesprochen zu haben, das von grosser gesellschaftlicher Bedeutung ist. Stehen doch Familie, Wirtschaft und Umwelt im Zentrum aller parteilichen Überlegungen. Die Diskussionen beim anschliessenden Apéro zeigten, dass dies gelungen ist. Die Zukunft der Dorfkerne ist ein wichtiges Thema und wird es bleiben – egal ob in der Politik, Wirtschaft oder dem gesellschaftlichen Leben.