05.04.2015 / Artikel / /

Gedanken zu Ostern.

Von Paul Thüring, Präsident CVP BL 60plus.

Liebe CVP-Familie

Ostern ist für uns Christen Neuanfang und Aufbruch nach dem Tiefpunkt der Kreuzigung unseres Jesus Christus. Nutzen wir diese Zeit, um alte Gräben zu überwinden, zuzuschütten und um unsere Zukunft – die Zukunft der Jungen wie die Zukunft der Alten – zu gestalten und lebenswert zu machen. Auch wenn wir in einem Land leben dürfen, das in den letzten Jahrzehnten von grösseren Katastrophen – durch Vorsehung oder/und Geschick(?) – verschont geblieben ist, ist bei uns nicht alles Gold, was glänzt. Es geht dem Grossteil unter uns gut, ja zu gut, und so wird man lethargisch und glaubt, es werde schon immer so weiter gehen. Ich muss ja nicht stimmen und wählen gehen (nur jeder Dritte ist bei den letzten Regierungs- und Landratswahlen wählen gegangen!), ich muss mich ja nicht in der Gemeinde, in der ich so schön und genügsam wohnen darf, engagieren (Suche nach geeigneten Gemeinderätinnen und –räte), ich lasse lieber die Zugezogenen im Sportclub spielen, denn ich müsste sonst trainieren, üben und zu fremd bestimmten Zeiten zur Verfügung stehen. Bald bekennen sich 50 % unserer Landsleute nicht mehr zum Christentum, aus Unkenntnis, Bequemlichkeit, den Steuern wegen? Sind das Alarmzeichen? Wenn ja, müssen wir diesen entgegen wirken. Das muss unten beginnen, in der Familie, im Verein, im Dorf, im Kanton, damit es im Land zum Tragen kommt. Wenn wir unseren heutigen Wohlstand aufrecht erhalten wollen, so braucht es grosse Anstrengungen aller, um die heutigen und kommenden Probleme lösen zu können. Wer hat schon vorausgesehen, dass zum Beispiel die Mobiltät von uns allen so zunehmen oder die Informatik so überhand nehmen wird? Aber wo beginnen? Ich meine unten, bei der Familie. Sie ist die wichtigste Trägerin unserer Gesellschaft, auch wenn das bei der letzten Abstimmung eine Mehrheit nicht begriffen hat. Dann hoffe ich sehnlichst, dass die ungerechte und verfassungswidrige Heiratsstrafe endlich abgeschafft wird, auch wenn dies den Staat Milionen kosten wird. Wir haben auch Unternehmenssteuerreformen durchgeführt, die Miliarden gekostet haben und noch kosten werden. Dann sind unsere kleinsten staatlichen Gebilde, die Gemeinden, zu stärken und ihnen die nötigen finanziellen Mittel zu geben, damit sie ihre vielfältigen Aufgaben ortsgerecht umsetzen können, sei das mit einem grosszügigen Finanzausgleich und Rahmengesetzen, die es erlauben, örtliche Begebenheit besser auszunützen. Da wir ja nicht auf einer abgeschiedenen Insel leben, ist unser Kanton von Ländern und andern Kantonen umgeben, ist es unabdingbar, dass wir uns als grosser Raum sehen, zwar mit Grenzen versehen, aber mit gleichen Problemen. So ist es meiner Meinung nach dringend nötig, dass wir gemeinsam die anstehenden Probleme zu lösen versuchen, sei das nun in der Gesundheits- und Spitalpolitik, in der Verkehrspolitik und bei der Schulreform. Nur wenn es gelingt, gemeinsame Lösungen aufzuzeigen, werden wir Erfolg haben. Alles andere bleibt Stückwerk! Dass wir dazu auch unsere Finanzen wieder in Ordnung bringen müssen, weiss unser Finanzdirektor am besten und ist auch auf dem besten Wege dazu. Auf Bundesebene machen mir die unseligen SVP-Initiativen zu schaffen, deren Stossrichtungen ohne schwerwiegende Auswirkungen für unser Land nicht umsetzbar sind – wahrscheinlich bewusst, um am Ball zu bleiben! Dabei haben wir ganz andere Probleme, die dringend zu lösen sind. Ich nenne da zum Beispiel der Mangel an Fachkräften, vor allem im technischen Bereich und im Spitalwesen (auf Ausländer angewiesen!), Aerztemangel, Energiewende, Armeereform, Rettung unserer ausgezeichneten Sozialwerke wie Pensionskasseregelung, AHV und IV. Wenn bald einmal zwei Lohnempfänger für einen AHV-Bezüger aufkommen müssen, ist unsere AHV im Umlageverfahren gestorben! Die Vorschläge des Bundesrates sind eine gute Grundlage, um die Probleme unserer Altersvorsorge für die Zukunft zu lösen. Jetzt muss gehandelt werden! Ich will, dass auch meine Grosskinder einmal von unserer ausgezeichneten Altersvorsorge profitieren können.

Ja, liebe CVP-Familie, ich habe Ihnen da in kurzer Form einige meiner Gedanken und Befürchtungen versucht darzulegen. Ich bin von grundauf kein Pessimist, auch wenn gewisse Entwicklungen auf unserem Erdenball und in unserem schönen Land mir Sorge bereiten. Auf der andern Seite hoffe ich, dass die heutigen Verantwortlichen in der grossen und kleinen Politik in der Lage sind, alles zum Guten zu wenden, damit auch unsere Nachkommen in Würde leben können. Die Ostern-Botschaft soll uns da den Mut und Kraft geben, die Probleme anzugehen und zu lösen. Ich zähle da besonders auf unsere CVP in den Gemeinden, im Kanton und im Bund, als die bürgerliche Mitte-Partei, die in der Lage ist, die nötigen Kompromisse in der richtigen Richtung herbeizuführen.

Ich wünsche Euch allen eine beglückende Osterzeit im Kreis Eurer Familien.

Paul Thüring, Präsident CVP BL 60+