16.12.2015 / Artikel / Bildung & Forschung /

Unser Wirtschaftsstandort ist erneut in Gefahr

Gastbeitrag von Marc Scherrer

Mit einer bemerkenswerten Mehrheit von nahezu 85% hat die Baselbieter Stimmbevölkerung im 2007 einer gemeinsamen Trägerschaft der Universität Basel zugestimmt. Dies nicht nur im Wissen darum, dass ein grosser Teil der Studierenden aus dem Baselbiet kommt. Ein damals noch viel gewichtigeres Argument war die Tatsache, dass ein funktionierender Wirtschaftsstandort über hervorragende Bildungsinstitutionen und damit auch über eine starke Universität mit kantonsübergreifender Ausstrahlungskraft verfügen muss. Eine national und international konkurrenzfähige Universität bildet die Basis für Spitzenleistungen in Forschung und Lehre und ist damit der Motor für den Life-Science-Cluster;  somit von hoher Wichtigkeit für das wirtschaftliche Wohlergehen unserer ganzen Region Nordwestschweiz.
Das nun von der SVP lancierte Referendum gegen diese Pensionskassenreform setzt die gemeinsame Trägerschaft der Universität Basel aus Spiel und bringt unseren Wohlstandsmotor der Region ins Stottern. Auch die CVP Basel-Landschaft vertritt die Haltung, dass die Universität Basel sich inskünftig verstärkt Gedanken darüber machen soll und muss, wie die finanziellen Mittel der beiden Trägerkantone effizienter und gezielter eingesetzt werden können. Der Verwaltungsapparat unserer Alma Mater ist in den letzten Jahren deutlich angewachsen und hat Personalkosten verursacht, welche letztlich der Bildung und der Forschung fehlen. Wir sind klar der Meinung, dass die von den beiden Regierungen ausgehandelte Vereinbarung ein Schritt in die richtige Richtung ist und der Universität damit genügend Zeit für eine Reform verschafft. Die CVP ist auch der Meinung, dass jene Fachrichtungen gestärkt werden müssen, welche in unserer Region gefragt sind. Unsere Wirtschaft benötigt Mediziner, Pharmazeuten, Mathematiker, Chemiker und Physiker, welche sie heute zu einem grossen Teil aus Europa oder sogar aus Drittstaaten rekrutiert.
Eine sofortige Kündigung der gemeinsamen Trägerschaft der Universität wäre eine Bankrotterklärung für unsere Region als Bildungs- und Forschungsstandort. Ohne die finanzielle Beteiligung des Kantons Baselland müsste sich die Universität vom internationalen Ranking der bedeutungsvollsten Hochschulen verabschieden. Der Life-Science-Industrie würden nicht nur wichtige inländische Fachkräfte fehlen, sondern auch der Kooperationspartner für Lehre und Forschung. Arbeitsplätze werden in der Regel dort geschaffen, wo die besten Rahmenbedingungen vorhanden sind. Mit dem Ziel der SVP Basel-Landschaft, die Universität Basel in die Bedeutungslosigkeit zu versenken, fällt eine der wichtigsten Voraussetzungen für unsere kompetitiven und global tätigen Wirtschaftszweige weg. Die Konsequenzen wären fatal. Arbeitsplätze würden an Orte verlegt, an denen diese Bedingungen stimmen und die notwendigen Partner vorhanden sind. Diese Orte werden vermutlich kaum mehr in der Region Basel sein.
Christlichdemokratische Volkspartei; 4410 Liestal, Tel. 077 482 87 57,  www.cvp-bl.ch, cvp-bl@cvp-bl.ch
Das von der SVP letzte Woche ergriffene Referendum gegen die vom Baselbieter Landrat beschlossene Zahlung an die Pensionskasse der Universität Basel ist deshalb ein Spiel mit dem Feuer. Es ist erstaunlich, wie die SVP mit diesem verantwortungslosen Referendum riskiert, unseren gut funktionierenden Wirtschaftsstandort an die Wand zu fahren und mit damit einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor für die Wirtschaft schafft. Die CVP Basel-Landschaft würde es begrüssen, wenn die SVP endlich Regierungsverantwortung übernehmen und den Empfehlungen ihres eigenen Volkswirtschaftsdirektors Thomas Weber folgen würde.