06.02.2019 / Communiqués / Gesundheit / ,

Wir haben es in der Hand, mit einem «Ja» zur Spitalgruppe eine gute Ausgangslage zu schaffen.

Standpunkt Parteipräsidenten/Innen BL zur gemeinsamen Spitalgruppe

Die Schweizer Spitallandschaft ist mitten in einem grossen Strukturwandel: Die Finanzierung über Fallpauschalen provoziert Kostendruck, langfristig steht weniger Personal für mehr Patienten zur Verfügung, der Anteil mehrfacherkrankter Patienten wächst und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sinkt. Das Verlagerungspotenzial von stationär nach ambulant ist ungebrochen hoch, ebenso das Potenzial für die Zusammenarbeit mit vor- und nachgelagerten Unternehmen. Es braucht langfristig eine Rentabilität um die 10%, um die Investitionen nachhaltig finanzieren zu können. In diesem Umfeld beschlossen 2015 die beiden öffentlichen Spitäler in unserer Region, den Weg in die Zukunft gemeinsam zu gehen. Strukturanpassungen sind für sie zwingend: in Basel die Maximalversorgung, in Liestal die umfassende Grundversorgung, auf dem Bruderholz die Tagesklinik und die gesamte planbare Orthopädie und in Laufen das ambulante Gesundheitszentrum. Mit der Strategie „4 Standorte, 1 System“ können so Strukturen abgebaut, Kosten aus dem System genommen und eine optimierte Gesundheitsversorgung zu Gunsten der Patienten erzielt werden.
Endlich, ist man geneigt zu sagen! Fertig mit dem gegenseitigen Wettrüsten der beiden öffentlichen Spitäler. Wie für die Patienten verliert die Kantonsgrenze auch für die beiden Spitäler an Bedeutung. Gemeinsam erreicht man in der Region die Grösse, die es benötigt für eine Trennung der stationären und ambulanten Behandlungsketten, um die Abläufe optimal auf Effizienz trimmen zu können. Die Bündelung der Fallzahlen ermöglicht auch grössere Patientenkollektive. Die kleinen und mittleren Pharma- Unternehmen in unserer Region sind für ihre klinische Forschung auf solche angewiesen. Das schafft weitere wichtige Arbeitsplätze in unserer Region.
Das Rektorat der Universität, die medizinische Fakultät, der Verband der Assistenz- und Oberärzte, 38 Chefärztinnen des USB, Chefarzt Prof. Dr. Jörg Leuppi vom KSBL, der Pflegeverband: sie alle haben den Mehrwert des Unispital Nordwest erkannt. Nicht nur für die Forschenden, sondern für alle Mitarbeitenden gibt es hochattraktive Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Gemeinsam erreicht das Unispital Nordwest zudem die Fallzahlen, die auch ausserhalb der hochspezialisierten Medizin zum Mass aller Dinge werden. Das USB ist heute mit Abstand das kleinste der fünf Universitätsspitäler in der Schweiz. Mit einem Universitätsspital Nordwest können die Fallzahlen von rund 35 000 auf über 60 000 Fälle angehoben werden. Ein wichtiger Schritt, um die stets steigenden quantitativen und qualitativen Anforderungen von Bund, Kantonen und Fachgesellschaften erfüllen und die Hochschulmedizin langfristig in der Region zu sichern und den Life-Science-Standort zu stärken.